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Potenzmittel für Frauen

Mit der Steigerung der Potenz von Männern verdient die Pharma-Industrie seit Jahren gut. Nachdem Pfizer mit Viagra 1998 das erste Medikament gegen Erektionsstörungen auf den Markt brachte, entstand ein regelrechter Boom. Man sieht seitdem regelmäßig Werbung für Viagra, Cialis und Co. im Fernsehen und auch anderswo. Vielen Männern mit Erektionsproblemen wurde auf diese Weise schon geholfen. Doch was ist Potenzmittel für Frauen? In der Tat tun sich die Pharma-Hersteller schwer mit dem Problem der mangelnden Lust mancher Frauen. Bisher wurde oft die Ansicht vertreten, dass es sich bei der Unlust um ein psychisches Problem bei der Frau handele, das man mit Medikamenten nicht oder nur wenig behandeln könnte. Doch der deutsche Pharma-Konzern Boehringer Ingelheim sieht das anders und bewirbt sich um die Zulassung für das erste Medikament, das die Lust der Frau steigern soll: Flibanserin.

Wie Flibanserin wirkt

Zunächst einmal war die Entdeckung von Flibanserin als Potenzmittel ein Zufall. Es war ursprünglich als Anti-Depressivum gedacht, zeigte dort jedoch nicht die gewünschte Wirkung. Während der Forschung wurde aber eine erhöhte Libido bei den Patientinnen festgestellt.

Wie kommt es zu dieser erhöhten Libido durch Flibanserin? Prinzipiell ist es bei der sexuellen Erregung so, dass im Gehirn verschiedene Botenstoffe im Gleichgewicht sind: Es gibt einmal die erregenden oder anregenden Botenstoffe, und dann die hemmenden Botenstoffe. Zu der letzteren Gruppe gehört auch Serotonin. Das Potenzmittel Flibanserin beeinflusst nun vereinfacht gesagt die Ausschüttung von Serotonin, sodass es wieder zu einem Gleichgewicht dieser Botenstoffe im Gehirn kommt. Dieses Gleichgewicht ist bei manchen sexuellen Störungen nämlich nicht gegeben. Die Folge: Es ist wieder eine natürliche sexuelle Erregung und ein natürliches Lustgefühl möglich.

Dieser positive Effekt von Flibanserin hat sich in den ersten Studien mit Probandinnen bestätigt. Bei mehr als 1000 Frauen mit einem gering ausgeprägtem Lustempfinden wurde nach Einnahme von Flibanserin eine deutliche Zunahme der Zufriedenheit mit ihrem Sexleben festgestellt. So berichteten die Frauen von durchschnittlich 4,5 Mal positivem Sex im Monat. Vor der Studie berichteten die Frauen nur von 2,8 Mal schönem Sex im Monat.

Dennoch darf man dieses Ergebnis nicht überbewerten. Denn eine Kontrollgruppe, die nur ein Placebo eingenommen hat, kam nach der Studie auch auf mehr positive Sex-Erlebnisse im Monat (3,7 Mal im Schnitt). Zudem muss man erwähnen, dass Flibanserin – anders als zum Beispiel Viagra oder Cialis – dauerhaft eingenommen werden muss und nicht nur wenige Stunden vor dem Sex. Dadurch wird es natürlich wahrscheinlicher, dass es zu Nebenwirkungen kommt. Und zudem geht die Einnahme dieses Medikaments so auch ins Geld.

Gleichberechtigung auch beim Sex

Ganz gleich, wie es letztendlich mit der Zulassung von Flibanserin ausgeht, sehen Viele in dem Medikament einen ersten richtigen Schritt zu mehr Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Denn mit Viagra und ähnlichen Mitteln gegen Erektionsstörungen ist es selbst für alte Männer nicht mehr unmöglich, noch Sex zu haben. Und auch jüngeren Männern, die an Erektionsproblemen leiden, kann mit diesen Potenzmitteln geholfen werden.

Da ist es eigentlich selbstverständlich, dass auch Frauen Unterstützung erhalten, die nicht in der Lage sind, ein erfülltes Sexleben zu haben.Potenzmittel für Frauen So leuchtet es nicht ein, warum 60-jährige Männer mit Potenzmitteln noch Sex haben sollen, aber 60-jährige Frauen nach ihren Wechseljahren nicht mehr. Gerade diese Gruppe kann doch Sex etwas unbeschwerter angehen, da sie sich nicht mehr Sorgen machen müssen, eventuell schwanger zu werden (oder ständig an Verhütungsmittel denken müssen).

Dies hat nun auch die Pharma-Branche erkannt, für die diese Gruppe von Frauen ein noch unerschlossenes Marktsegment darstellt. Man kann also davon ausgehen, dass sich in den nächsten Jahren noch Einiges tun wird, was die Potenzmittel für Frauen angeht. Denn hatte man zunächst Viagra als mögliches Präparat für Männer und Frauen angesehen, so zeigte sich schnell in der Praxis und auch in klinischen Studien, dass Viagra nur für Männer einen stimulierenden Effekt hat. Für Frauen ist das Medikament fast wirkungslos.

Pillen allein reichen nicht

Dennoch darf man nicht vergessen, dass nicht jede Art von mangelnder Lust am Sex der Frau durch eine Pille in den Griff bekommen werden kann. Denn in diesem Punkt sind Frauen anders als Männer: Bei den Männern gehen Potenzprobleme und andere sexuelle Störungen zum größten Teil auf körperliche Ursachen zurück, und nur in manchen Fällen auf psychische Faktoren wie Stress oder zu hoher Erwartungsdruck.

Bei Frauen hingegen sind es viel öfter psychische Blockaden oder, was auch oft vorkommt, konservative Moralvorstellungen, die die Frau daran hindern, Spaß am Sex zu haben (zum Beispiel weil das Elternhaus nie über Sex geredet hat und Sex als etwas Verruchtes, Anstößiges angesehen hat).

Daher wird ein Potenzmittel für die Frau, wie eben das Flibanserin von Boehringer Ingelheim, am besten in Kombination mit einer Therapie oder vertieften, ehrlichen Gesprächen mit dem Partner funktionieren.

Fazit: Weitere Forschungsarbeit dringend nötig

Insgesamt kann der Vorstoß von Boehringer Ingelheim, ein erstes Potenzmittel für Frauen auf den Markt zu bringen, als positiv gesehen werden. Denn wieso sollen Männer in der Lage sein, wieder Spaß am Sex zu haben (besonders im Alter), und Frauen nicht?

Gleichzeitig ist das Medikament noch nicht das allerletzte Wort zum Thema Potenzmittel für Frauen. Dafür ist die Einnahme zu umständlich: Es muss dauerhaft eingenommen werden, was zu verstärkten Nebenwirkungen sowie einer Abhängigkeit von dem Medikament führen kann. Auch ist das Arzneimittel bisher nicht bei den Gesundheitsbehörden zugelassen worden.

Schließlich muss man sich auch vor Augen führen, dass in vielen Fällen eine sexuelle Störung bei Frauen nicht einzig und allein durch ein Medikament behoben werden kann. Es kann dann nur eine Kombination aus Medikament und Therapie (eventuell mit dem Partner zusammen) auf Dauer helfen.

Dabei ist es besonders wichtig, sich nicht für dieses Problem zu schämen. Nur weil man als Frau wenig Lust auf Sex hat, heißt das nicht, dass etwas mit einem nicht stimmt. Man sollte offen und ehrlich darüber mit seinem Partner reden und eventuelle Beratungsangebote wahrnehmen. Zusammen mit einer medizinischen Behandlung steht dann einem erfüllten Sexleben nichts mehr im Weg.

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